Leitgedanken

Seit dem Jahre 1990 arbeitet unsere Schule mit dem nachfolgenden Konzept:

Eine gesunde Wahrnehmung

Eine gesunde Wahrnehmung ist die Grundlage jeglichen Lernens. Wir gehen von der Annahme aus, dass sich von der taktilkinästhetischen Wahrnehmung (wahrnehmen über den Spür- und Bewegungssinn: spüren und be-greifen) die Verbindungen zu den weiteren Sinnen (Hören, Sehen, Riechen, Schmecken) aufbauen. Das gesunde Kleinkind sammelt in den ersten zwei bis drei Lebensjahren vor allem Erfahrungen über den taktilkinästhetischen Sinn.

Gespürte Erfahrung als Wurzel der Entwicklung

Als Symbol für unsere Arbeit haben wir den Baum gewählt. Die Erfahrung im Umgang mit der personalen und der sachlichen Umwelt (so genannte Grund- oder Wurzelerfahrungen), führen zu selbst erarbeiteten Regeln, welche das Kind in Interaktion und Kommunikation mit der Umwelt ständig prüft (soziale und sprachliche Regeln, Regel von Ursache und Wirkung). Diese Erfahrungen, welche von einer gesunden Wahrnehmungsfähigkeit abhängig sind, bilden die Grundlage (Wurzel) von Leistungen, die sich als Äste des Baumes zeigen: Sprache, Lesen, Rechnen, Zeichnen, Turnen, soziales Verhalten, Konzentration, Ablösung von der Mutter, bis zur Fähigkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Lern- und Verhaltensstörungen als Ausdruck von Wahrnehmungsstörungen

Lern- und Verhaltensstörungen lassen sich nach unserer Erfahrung sehr oft auf Probleme in der Organisation der Wahrnehmung zurückführen. Bei Ausfällen und Auffälligkeiten in schulischen und sozialen Leistungen stellt sich immer die Frage, ob das betreffende Kind genügend Grunderfahrungen sammeln und seine Wahrnehmungsfähigkeit entwickeln konnte, um die geforderten Leistungen überhaupt erbringen zu können. Durch die genaue Beobachtung des Kindes im Umgang mit der Umwelt (wie be-greift das Kind die Umwelt, wie ist seine Kommunikation mit der Umwelt?) kann beurteilt werden, ob das Kind an einer Wahrnehmungsstörung leidet.

Hilfe bei der Entwicklung der Wahrnehmungsfähigkeit

Ein Kind mit Problemen in der Organisation der Wahrnehmung scheitert in der Anpassung an die Umwelt. Es braucht Hilfe, um zu adäquaten Informationen über die Umwelt zu gelangen (Behandlung von Wahrnehmungsstörungen durch zeitweises Führen). Durch das Führen des Körpers beim Interagieren mit der Umwelt kann das Kind zu adäquaten taktilen Informationen gelangen. Das Führen wird eingesetzt beim Lösen alltäglicher Probleme, z.B. zubereiten einer Mahlzeit, ausräumen der Schulmappe etc.


Führen in Nische

Jedes Kind hat den Wunsch, seine innere Welt auszudrücken, sich dem anderen Menschen mitzuteilen. Das Kind mit Wahrnehmungsproblemen braucht Hilfe, damit es seine innere Welt ausdrücken kann. Durch das Erarbeiten von Texten im Anschluss an geführte Situationen wird dem Kind aufgezeigt, mit welchen Wörtern welche Inhalte ausgedrückt werden und wie grammatikalisch korrekte Aussagen gebildet werden. Häufig sind Kinder mit Wahrnehmungsstörungen äusserst sensibel und feinfühlig. Sie brauchen Hilfe, um diese Sensibilität zu leben und zu integrieren.

Musische Fächer, wie Musikunterricht, Handarbeiten, Werken und Gestalten, geben den Kindern die Möglichkeit, einerseits Wurzelerfahrungen zu sammeln und andererseits ihr inneres schöpferisches Wesen auszudrücken.

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